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Statement der Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien zum Long Covid Awareness Month

Der Long Covid Awareness Month März ist für uns mehr als ein Aktionsmonat – er ist ein Weckruf. Obwohl das Leben für die meisten nach der Pandemie normal weitergeht, kämpfen immer noch viele, mehrheitlich junge Erwachsene, um ihre Zukunft. Mittlerweile sind bzw. waren in Österreich geschätzt 850.000* Menschen von gesundheitlichen Folgen nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion betroffen. 85.000* Personen leiden unter der chronischen Multisystemerkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom), die auch durch den Coronavirus ausgelöst werden und bis zur Pflegebedürftigkeit führen kann.

Unsere Stellungnahme zum Long Covid Awareness Month:

Für Studierende haben diese Erkrankungen besonders weitreichende Folgen. Sie können den Studienfortschritt erheblich beeinträchtigen, zu längeren Unterbrechungen führen und im schlimmsten Fall einen Studienabbruch nach sich ziehen – mit spürbaren Auswirkungen auf das weitere Leben und Beruf. Die Studierenden-Sozialerhebungen der letzten sechs Jahre zeigen außerdem, dass ca. 80 % der Studierenden* mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen nichts von den universitären Unterstützungsangeboten wissen, die ihnen zustehen. Dazu zählen auch Studierende mit Long Covid oder ME/CFS, die unter die Gruppe der studienerschwerenden und chronischen Erkrankungen fallen (können).

Das ist alarmierend. Wer ohnehin mit chronischer Erschöpfung, kognitiven Einschränkungen oder gesundheitlicher Unsicherheit kämpft, sollte sich auf die Universitäten verlassen können, die mit einem inklusiven und barrierefreien Zugang zu Bildung werben. Die ÖH Uni Wien stellt sich solidarisch an die Seite der Studierenden mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen. Wir fordern transparente Information, eine proaktive Kommunikation bestehender Unterstützungsangebote sowie einen niederschwelligen Zugang zu Nachteilsausgleichen und Beratungsstellen. Studieren muss auch mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen möglich sein – ohne Angst, ohne Stigmatisierung und ohne unnötige Hürden.

 

*Quellenangabe Zahlen: 1) Holl et al. 2022: Long Covid in Österreich: Häufigkeit und Symptome. Siehe:https://ucrisportal.univie.ac.at/de/publications/long-covid-in-%C3%B6sterreich-h%C3%A4ufigkeit-und-symptome/; 2) Hoffmann & Untersmayr-Elsenhuber 2025: Aktuelle Zahlengrundlage für spezialisierte ME/CFS-Behandlungsstellen in den Österreichischen Bundesländern. Siehe: https://public-health.meduniwien.ac.at/fileadmin/content/OE/public-health/Primary_Care_Medicine/PDFs/2025_03.19_Aktuelle_Zahlengrundlage_MECFS_Behandlungsstelle_RZ.pdf ; 3) z.B. Zucchaet al.: Studierenden-Sozialerhebung 2023 -Kernbericht, 125; z.B. Unger et al. 2019: Studierenden-Sozialerhebung 2023 -Kernbericht, 318. Alle Berichte öffentlich unter: https://www.sozialerhebung.at/index.php/de/

 

Save the Date: Demo für ME/CFS, Long Covid und andere PAIS am 15. März 2026

Am 15.3. ist Long Covid Awareness Day und für uns ist klar: So geht es nicht weiter! Kein Wegsehen mehr! Long Covid ist für viele der Beginn einer fürchterlichen Odyssee durch das österreichische Gesundheitssystem: Unwissen, Ignoranz und Medical Gaslighting. Wer nicht früh genug richtig behandelt wird, erkrankt schließlich an ME/CFS. Und trotz besseren Wissens halten Politik und staatliche Gesundheitsinstitutionen wie die PVA weiter an ihrer Strategie im Umgang mit Postakuten Infektionssyndromen (PAIS) fest: Ignorieren, Denunzieren, Silencing. Du willst auch, dass sich was ändert? Dann komm am 15.3. mit uns auf die Straße! Für ein besseres Gesundheitssystem, Versorgung und Anerkennung für alle Betroffenen von PAIS, egal ob Long Covid, ME/CFS oder Post-Vac. Denn auch, wenn die Ursache unterschiedlich sein mag: Same struggle, same fight. (Text von: MUT Initiative)

 

Wann? 15. März 2026, 15:00 Uhr (auf Deutsch)
Wo? Parlament, Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wer? MUT Initiative auf Instagram @mut_initiative