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Stellungnahme: Studierende sind auch Teil der Uni Wien #watergate

Für eine bessere und sofortige Kommunikation mit uns Studierenden

Gemeinsame Stellungnahme der ÖH Uni Wien, der Fakultätsvertretung Jus, der Aktionsgemeinschaft Jus (AG Jus), des Verbandes Sozialistischer Student_innen (VSStÖ), der Grünen und Alternativen Student_innen (GRAS), der Jungen Liberalen Studierenden (Junos) und des Kommunistischen Student_innenverbandes – Linke Liste (KSV Lili)

 
Im Zuge der Entdeckung gesundheitsgefährdender Bakterien im Leitungswasser am Juridicum sind auch viele andere Probleme aufgekommen, die insbesondere die Kommunikation mit uns Studierenden durch die Universität Wien betreffen. Die über 12.000 Personen, die am Juridicum studieren, wurden zuerst gar nicht und dann nicht ausreichend informiert. Nach Feststellung erhöhter Eisenwerte ergingen weder an die offiziellen Studierendenvertreter_innen in der Fakultätsvertretung oder in der ÖH Uni Wien, noch direkt an die Studierenden Informationen darüber, dass Probleme bestehen und dass dem Wasser am Juridicum seit dem Sommer Rostschutzmittel beigemischt wird.

Als schließlich bei einer Wasserprobe durch die MA39 Ende Oktober auch noch ein gesundheitsgefährdendes Bakterium entdeckt wurde, informierte das Dekanat endlich die Fakultätsvertretung Jus über Probleme mit dem Wasser. Zu diesem Zeitpunkt erfuhren wir über Dritte vom dauerhaften Einsatz des Rostschutzmittels und den bereits seit Sommer bestehenden Problemen. Wäre uns diese Information nicht anonym zugeschickt worden, so wüssten die Studierenden wahrscheinlich bis heute nichts davon. Denn die Studierenden selbst erhielten von der Universität zu keinem Zeitpunkt eine direkte Information über den Einbau der Rostschutzmittel-Dosieranlage, den gefundenen gesundheitsgefährdenden Bakterienstamm oder mögliche gesundheitliche Folgen. Später ließ das Dekanat über die Medien ausrichten, dass es die Fakultätsvertretung angeblich im Sommer kontaktiert hätte und außerdem Warnschilder den Studierenden als Information reichen müssten. Gegenüber Studierendenvertreter_innen versicherte das Dekanat allerdings, dass die Rostprobleme auch ihnen selbst erst seit Oktober bekannt seien. Es ist also fraglich inwiefern hier die angebliche Informierung der Studierenden und ihrer Vertreter_innen überhaupt stattfinden hätte können.

Auf Grund einer – laut ORF – privat durchgeführten Wasserprobe ist Anfang Dezember wieder der Verdacht auf eine bakterielle Verseuchung des Warmwassers im Gebäude aufgetaucht. Daher erging diesbezüglich am 10.12.2015 eine E-Mail an die Mitarbeiter_innen des Juridicums. Auch diesmal wurden die Studierenden nicht direkt über die vermutete Legionellen-Belastung in Kenntnis gesetzt. Fraktionen wurden teilweise informell von Institutsmitarbeiter_innen benachrichtigt und die erwähnte E-Mail diesmal sofort an die Fakultätsvertretung gesendet, wodurch die Studierenden informiert werden konnten.

Für uns Studierende wird damit deutlich, welche Wertschätzung uns entgegengebracht wird. Nämlich keine. Nicht nur, dass die Studienbedingungen immer schlechter werden und die von der Regierung seit langem versprochenen 2% des BIP für Hochschulen noch immer nicht Realität sind, werden wir – die 90% im Hochschulbereich ausmachen – nicht einmal über konkrete Gesundheitsgefährdungen informiert. Diese Nicht- bzw. Schlechtinformation gegenüber uns Studierenden muss endlich aufhören! Schon eine E-Mail-Aussendung über den Massenmailverteiler direkt an alle Studierenden würde dem Informationsdefizit entgegenwirken.

Zudem scheint es zusätzlich auch beim Lüftungssystem im Juridicum Probleme zu geben. Zumindest die Lüftungsausgänge scheinen verschimmelt zu sein, daher verlangen wir auch eine ehestmögliche Überprüfung des Lüftungssystems. Die Ergebnisse dessen müssen, ebenso wie die Entwicklungen bezüglich des Trinkwassers, unverzüglich den Studierenden mitgeteilt werden. Sollte dies nicht erfolgen, behalten wir uns weitere Schritte vor. Denn die Gesundheit der Studierenden muss oberste Priorität haben. Die Universität hat in Angelegenheiten, die Studierende betreffen, die Pflicht uns alle sofort und umfangreich zu informieren.

Download Stellungnahme #watergate

 

Statement: Students are part of the University of Vienna too #watergate

For a better and immediate communication with us students

Joint statement by ÖH Uni Wien, Fakultätsvertretung Jus, Aktionsgemeinschaft Jus (AG Jus), Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ), Grüne und Alternative Student_innen (GRAS), Junge Liberale Studierende (Junos) and Kommunistischer Student_innenverband Linke Liste (KSV Lili)

Health-hazardous bacteria were found in the tap water at the Juridicum Vienna and in the course thereof, problems concerning the communication from the University of Vienna with us have arisen. 12000 people studying at the Juridicum were first of all not and later on only insufficiently informed.  After the identification of an increased iron level neither students directly nor the student representatives at the faculty of law nor the official representatives at the ÖH Uni Wien were informed that there are problems and that rust preventives have been added to the tap water at the Juridicum since last summer. 

Only when the MA39 found out about health-hazardous bacteria by taking a water sample at the end of October, the deanery informed the faculty representatives of law about the problems. At that time we got to know via thirdparty that there is a permanent use of rust preventives and that problems have already arisen at summer.  If the anonymous source hadnít informed us, the students would probably still not know about the problems. The students have not received any direct information from the University about the installation of a rust preventives dosit unit, about health-hazardous bacteria or about any possible health risks. Later, the deanery stated via media that it had informed the faculty representatives already in summer and that warning signs were adequate information for students. However, to the student representatives the deanery pointed out it had only learned about the rust problems in October. This gives a raise to the question how the students and their representatives could have been informed back in summer. After another water analysis (according to the ORF a private testing) at the beginning of December suspicion has come up again that the warm tap water at the Jurdicium is contaminated with bacteria. The employees at the Juridicum have been briefed on this issue via e-mail on December 10th 2015. Again, students have not been informed directly about the suspected legionella bacterial load. Several fractions have been contacted informally by employees of the department. The above-mentioned e-mail has immediately been forwarded to the faculty representatives allowing them to inform the students. 

For us, the students, this shows that we are not valued: Not only the study conditions worsen but also the promised 2% of the GDP for higher education institutions are still not reality. Further, we ñ the 90% of the higher education sector ñ are not being informed about specific health hazard. This lack of information has to stop! A simple e-mail to all students would help to remove the information gap. 

Furthermore, there seem to be problems with the ventilation system at the Juridicum. The ventilation exit is probably covered in mold. This is why we demand an inspection of the ventilation system as soon as possible. The results have to be forwarded to the students directly. If not, we reserve the right to take further action. 

The students' health has to be top priority.  The university has an obligation to inform us fully and immediately on issues that affect students.  

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