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Änderung der Zulassungsbestimmungen für außerordentliche Studierende untragbar

Deutschkurse

Für außerordentliche Studierende aus Drittstaaten, die sich aktuell um eine ordentliche Zulassung zum Studium an der Universität Wien bemühen, gilt mit dem neuen Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH), dass sie ihre Deutschkenntnisse für die Zulassung nur noch über die Ergänzungsprüfung Deutsch (EPD) des Vorstudienlehrgangs (VWU) nachweisen können. Bisher war dies auch über das externe ÖSD Zertifikat möglich.

„Plötzlich werden bereits absolvierte Prüfungen nicht mehr anerkannt und die betroffenen Studierenden stehen vor immenser Unsicherheit“, kritisiert Lena Köhler (GRAS) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien scharf. Die Ergänzungsprüfung Deutsch am VWU kann nur mehr an einem einzigen Termin im September abgelegt werden. „Ohne diese zusätzliche Prüfung bekommen die Studierenden keine ordentliche Zulassung zum Studium, was zum Verlust ihres Aufenthaltstitels und damit zur Abschiebung führen kann. Das bedroht Menschenleben!“, so Köhler.

Durch die Praxis der Universität Wien sind davon nicht nur diejenigen betroffen, die tatsächlich für ihren Aufenthaltstitel ‚Studierende‘ den Studienerfolg im VWU nachweisen müssen, sondern alle außerordentlichen Studierenden. Die Universität Wien weitet somit die Anwendung des VwGH- Erkenntnisses deutlich aus. „Dadurch werden Studierende behindert in Österreich ein reguläres Studium in Österreich aufzunehmen“, so Sandra Velebit (VSStÖ) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. „Damit handelt es sich um eine Verschärfung der bereits bestehenden bürokratischen Hürden für Studierenden aus Drittstaaten, wie beispielsweise doppelte Studiengebühren.“

„Für diejenigen, die ihre Deutschprüfung vor der neuen Erkenntnis abgelegt haben, gibt es keine Übergangslösung für die Anerkennung ihrer bereits abgelegten Ergänzungsprüfung. Auch Toleranzsemester oder die Verlängerung von Fristen sind momentan nicht vorgesehen. Das ist eine Zumutung für die Studierenden“, stellt Frederike Schuh (KSV-LiLi) vom Vorsitzteam fest. Die ÖH Uni Wien fordert deshalb eine Übergangslösung und bessere Aufklärung für Studierende, damit diese abgesichert sind und nicht Gefahr laufen ihren Aufenthaltstitel zu verlieren.