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650 - Es gibt keinen Grund zu feiern.

Was gibt’s denn hier zu feiern? – Es gibt keinen Grund zu feiern.

650 Jahre Uni Wien – Es ist so weit, am 12.3.2015 beginnen offiziell die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläumsjahres. Was gibt’s denn da zu feiern? Das fragen wir die Uni.

Neu seit 1365?

Die Universität Wien entwickelt zu ihrem 650sten Jubiläum eine eindrucksvolle Aktivität. Allein um all die Veranstaltungen zu bewerben, die geplant sind, ist eine 139-seitige Hochglanzbroschüre produziert worden. Eine LED-Wand vor dem Eingang des Hauptgebäudes beglückt Student_innen, Mitarbeiter_innen und unbeteiligte Passant_innen regelmäßig mit neuen Slogans. Merchandise in rauen Mengen wird produziert und die Betreuer_innen der sozialen Medien kommen aus der Feierstimmung gar nicht mehr raus. Ein näherer Blick auf die gesamte öffentliche Hyperaktivität legt allerdings nahe, dass es um verschiedene Adressat_innnengruppen geht. Gut sichtbare, niederschwellige Slogans und Veranstaltungen für ein sehr breites Publikum sowie inhaltlich ambitionierte Veranstaltungen für eine sehr schmale akademische Elite. Das wäre im Sinne von zielgruppenorientierter Öffentlichkeitsarbeit auch nachvollziehbar, schließlich wollen verschiedene Menschen auch verschieden angesprochen werden. Dass es die Universität Wien allerdings seit mittlerweile zwei Jahren schafft, die Leute für dumm zu verkaufen, ist ein starkes Stück. Slogans wie „Neu seit 1365.“ oder „the sky is not the limit. Since 1365.“ konnte man immerhin noch als schlecht gelungene  Wortwitze verstehen, seit „open since 1365“ regiert allerdings der blanke Hohn. Wen oder was die Universität Wien den größten Zeitraum ihrer Existenz denn so „geprägt“ hat, will man eigentlich gar nicht wissen. Und was für Fragen denn so „gestellt“ wurden, schon gar nicht. Dasselbe gilt für die Merchandise-Sujets „Besserwisser seit 1365“ und „Besserwisserin 1365“. Abgesehen davon, dass es der Zugang für „Besserwisserinnen“ erst seit 1945 an allen Fakultäten möglich ist, ist das dahinterstehende Menschenbild das Allerletzte. Nur um es klar zu sagen. Die Universität Wien ist stolz darauf, seit 650 Jahren Leute zu produzieren, die alles besser wissen. Stolz auf 650 Jahre großteils männliche, großteils weiße, arrogante Elite. Na bravo. Immerhin wurde dieses Sujet dann irgendwann, wenigstens laut Twitter, abgesetzt. Insgesamt ändert dieses stillschweigende Eingeständnis aber nichts daran, dass in der eigenen Außendarstellung einer Marketingfirma freie Hand gelassen wurde, die es geschafft hat, und mit ihr die Universität Wien, sämtliche Inhalte über Bord zu werfen und Botschaften zu transportieren, die irgendwo zwischen debil und verlogen anzusiedeln sind. Auf der positiven Seite ist festzuhalten, dass es eine große Menge von inhaltlich ambitionierten Veranstaltungen und Publikationen gibt und geben wird. Jene werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr viel korrekteres Bild von Vergangenheit und Gegenwart bieten. Was aber macht die Universität Wien? Das Programmheft mit Überblick über alle Veranstaltungen wurde nur an Angestellte verschickt. Wer sich sonst schlau machen will, ist auf Homepage und soziale Medien angewiesen. Auf der diese Informationen natürlich untergehen. Aber gut, sei der Universität Wien ihr elitäres Weltbild gegönnt. Sei ihr die Selbstbeweihräucherung und zweifelhafte öffentliche Image-Arbeit gegönnt. Eigentlich war nichts anderes zu erwarten.

Dass die Universität allerdings nicht in der Lage ist, einen solchen Anlass nicht dafür zu nutzen, um öffentlichkeitswirksam auf ihre prekäre Situation hinzuweisen, war nicht zu erwarten. Alle sind happy, dass die Universität Wien noch älter wird. Dass muss doch reichen. Oder etwa nicht? Im Folgenden werden einige Punkte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, behandelt, denen sich die Universitätsleitung im Laufe des Jahres (und ohnehin immer) stellen wird müssen, soll das Jubiläumsjahr nicht als Kette von Events ohne tatsächliche Auswirkungen vorbeigehen.

 

Besserwisserinnen seit 1365?

Egal wie eins es dreht und wendet, eine positive Aussage lässt sich im „Besserwisserinnen“-Sujet nicht erkennen. Auf die Anmerkung im November 2013, dass Frauen der Zugang zur Uni erst 1897 beziehungsweise zu allen Fakultäten erst nach 1945 gewährt wurde, kam als Reaktion eine Antwort, die als „Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, auch wenn diese nicht studiert haben“, interpretiert werden kann. Fortschrittlich und feministisch ist anders. Knapp ein Jahr später, im Oktober 2014, wurde auf nochmalige Nachfrage mitgeteilt, dass das Sujet nicht weitergeführt werden wird. Dies hinderte die Uni Wien nicht, die Besserwisserin- und Besserwisserplakate im März 2015 auf der Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung wieder aufzuhängen und sie über Facebook in ihrem Shop anzupreisen. In der 650 Jahre Jubiläumsbroschüre der Uni Wien ist „Gendergerechtigkeit“ ein eigener großer Themenblock, viele Veranstaltungen zu diesem Thema sind geplant. Die Uni Wien möchte sich als Institution darstellen, die Frauen in der Wissenschaft würdigt. Doch tut sie dies abseits der Jubiläumsfeierlichkeiten? Wie sieht es mit der Finanzierung von Genderlehrveranstaltungen und der Frauenförderung an der Uni Wien aus? Die Uni Wien feiert großteils Frauen, die die gläserne Decke überwunden haben und stellt somit keinen realen Blick auf die Verhältnisse dar. In den wenigsten Curricula an der Uni Wien sind verpflichtende Genderlehrveranstaltungen verankert. Doch selbst wenn dies der Fall ist, kann das Lehrveranstaltungsangebot für die Student_innen bestenfalls als knapp ausreichend bezeichnet werden. Eine vielfältige Auswahl ist in so gut wie keinem Institut möglich. Das Masterstudium Genderstudies existiert seit knapp 10 Jahren, hat aber keine eigene Professur, kein Doktoratsprogramm und keine Postdoc Stellen für Nachwuchswissenschaftler_innen. Apropos Professuren an der Uni Wien, die einen feministischen Schwerpunkt haben – die feministische Professur auf der Philosophie? Nicht nachbesetzt. Die feministische Professur auf der Politikwissenschaft? Nicht nachbesetzt. Positiv sind die Berta Karlik Professuren zu erwähnen – die Verleihung fand im Rahmen der 650 Jahre Feierlichkeiten statt. Nichtsdesdotrotz – diese Professuren sind auf maximal fünf Jahre befristet und können unbefristete Professuren wie die vorhin Erwähnten nie ersetzen. Also alles für das Image? Und als sei das nicht genug, plant die Uni Wien, die Vergabe der FEMATIK Lehraufträge, die als Sonderkontingent für Genderlehrveranstaltungen vom Genderausschuss der kulturwissenschaftlichen Fakultäten an Nachwuchsforscher_innen vergeben werden, in der jetzigen Form abzuschaffen. Besserwisserin seit 1365 an der Uni Wien? Ein ganz klares Nein. Die Selbstdarstellung der Uni Wien als offene, progressive Bildungseinrichtung, die innovativ Zeichen gegen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern setzt, hält der Realität des Universitätsalltags nicht stand.

 

Wir stellen die Fragen seit 1365?

Die Frage der Vergangenheitspolitik der Universität ist beileibe keine neue. Teilweise großartiger wissenschaftlicher Forschung und Aufarbeitung steht eine bemitleidenswerte Umsetzung gegenüber. Angefangen bei den Dauerbrennern Rektorentafel – vermutlich eines der  repräsentativsten Denkmäler für bekennende Nationalsozialisten, das es noch gibt – und dem „neu kontextualisierten“ Siegfriedskopf über das Nobelpreisträger-Denkmal hin zu den leidigen Büsten im Arkadenhof. Allen gemeinsam ist, dass sie weitgehend unkommentiert im Universitätsgebäude herumstehen. Natürlich mit Ausnahme der Nobelpreisträger. Die werden in kurzen Texten vorgestellt. Wie die Universität mit ihnen umgegangen ist, also ob sie gezwungen waren, Österreich zu verlassen oder ob sie Nationalsozialisten waren, steht dort allerdings nicht. Die Büsten sind eine andere Frage – in Wirklichkeit gehören all die großen Wissenschaftler, die halt blöderweise in überwältigender Mehrheit Männer sind und vielleicht von Zeit zu Zeit auch gar nicht so tolle Aussagen gemacht haben, ins Museum. Wenn eins sich ehrlich ist, gehört da eigentlich fast das gesamte Hauptgebäude hin. Die Alternative wäre eine konsequente Neu-Kontextualisierung und Kommentierung. Andererseits muss aber auch angemerkt werden, dass eine solche auch völlig egal sein kann. Dass die Polizei Mitglieder schlagender Verbindungen mal eben zum ach so musealisierten Siegfriedskopf durchschleust, war vermutlich nur Teil eines Zwischenkriegszeit-Reeanctmants, von dem niemand etwas mitbekommen hat. Aber vom Verbindungs(un)wesen an der Universität Wien später mehr. Im Rahmen des Jubiläums wäre es wohl endlich angemessen, sich des Hauptgebäudes anzunehmen und weitere Maßnahmen zu setzen, die der Geschichte der Universität Wien in ihrer Gesamtheit eher gerecht werden. Vielleicht als Denkanstoß: Kaiser Franz Josef war jetzt nicht unbedingt ein Role-Model für eine progressive moderne Universität und wenn es schon möglich ist, exzellente Wissenschaftlerinnen in der Jubiläumsbroschüre zu würdigen, warum dann nicht auch permanent im Hauptgebäude.

 

Prägend seit 1365?

 „Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.“ schrieb einst Theodor Adorno in „Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit“. Nun ja, dass Aufarbeitung nicht die Stärke der Universität ist und offenbar auch im Jubiläumsjahr nicht wird, ist nichts Neues. Die Mitgliedsbünde des Wiener Korporationsrings – zur Erklärung, das sind u.a. die Wiener Burschenschafter, die sogar ihren bundesdeutschen Kameraden zu rechts sind –  versammeln sich seit Jahrzehnten jeden Mittwoch auf der Rampe der Uni. Das ursprüngliche Ziel dieses sogenannten „Bummels“, das bereits angesprochene Gefallenendenkmal Siegfriedskopf, wurde 2006 in den Arkadenhof verlegt, zerlegt und mit einem Glaskasten versehen – sprich musealisiert. Der „Burschibummel“ diente und dient für die Deutschnationalen in erster Linie dazu, für alle Student_innen sichtbar zu sein und vor allem, um neue Mitglieder werben zu können. Im vergangenen Wintersemester wurde das mittwöchliche come-together jede Woche gestört und meist verhindert, dass die Burschenschafter auf die Rampe konnten. Dies konnte durch das autonome Engagement vieler Antifaschist_innen erreicht werden. Während in den ersten Wochen ein kleines Grüppchen Deutschnationaler vor der Uni stand und dann wieder abzog, wurde es im Laufe des Semesters immer schwieriger, ihnen entgegenzutreten. Die Polizei schien sich sowohl mit der Unileitung als auch mit den Deutschnationalen abgesprochen zu haben. Einige Male wurden sie über einen Hintereingang in die Uni und zum Arkadenhof geleitet, einmal erreichten sie sogar den Siegfriedskopf. Zusammenfassend ist zu sagen, dass es die Uni Wien ein Semester lang geduldet hat, jeden Mittwoch eine massive Polizeipräsenz in der Uni zu haben. Sie hat es geduldet, dass große Polizeiaufgebote im Bereich der Unirampe, der Aula und des Arkadenhofs den deutschnationalen Burschenschaftern den Weg freigeschubst haben. Jeden Monat forderte die ÖH Uni Wien das Rektorat auf, sich klar zu positionieren – dies ist bis heute nicht erfolgt. Eine klare Äußerung der Uni Wien zu der menschenverachtenden Ideologie der deutschnationalen Burschenschaften und ihrem Auftreten auf der Uni Wien fehlt auch weiter im Jubiläumsjahr. Die deutschnationalen Burschenschaften stehen für ein antisemitisches, rassistisches und sexistisches Elitedenken. Die Uni Wien täte – besonders mit Hinblick auf ihre eigene Geschichte – gut daran, sich davon zu distanzieren. Gerade Rassismus, Sexismus und Elitedenken sind Probleme, denen sich die Uni stellen muss und die sie aktiv bekämpfen muss. Immerhin wurden die Schmissfressen diesmal nicht offiziell zum Mitmarschieren eingeladen. Zum 600jährigen Jubiläum war das noch der Fall. Und so wie das Rektorat sich diesbezüglich verhält, hatten wir schon fast befürchtet, dass das wieder geschieht.

 

Open since 1365?

Am Tag, nachdem der Senat der Uni Wien beschlossen hat, alle Lehramtsstudien nur mehr mit einem mehrstufigen Aufnahmeverfahren zugänglich zu machen, prangte riesengroß auf dem Hauptgebäude das neue Sujet „open since 1365“. Ha, ha. Damit erreichten die Werbungen für die 650 Jahre Uni Wien Feier ihren vorläufigen traurigen Höhepunkt. Aber jenseits von Treppenwitzen der Universitätsgeschichte, wie offen ist die Uni denn wirklich? Die Uni Wien sieht sich selbst als internationale Bildungseinrichtung und legt in der Öffentlichkeit großen Wert darauf, dies zu betonen. Doch weit her ist es mit der besagten Internationalität nicht, wenn es um den Zugang zur Universität geht. Drittstaatsangehörige müssen, weil sie zufällig die „falsche“ Staatsbürger_innenschaft haben, bereits extreme Hürden überwinden, um sich zu einem Studium zuzulassen. Darüber hinaus müssen sie doppelte Studiengebühren zahlen, als ob es in Verbindung mit der Niederlassungsbehörde, dem Fremden- und Asylrecht und dem geforderten Nachweis von Deutschkenntnissen auf B2 nicht schon schwierig genug wäre für die betreffenden Personen. Zugegeben, ein Großteil dieser Probleme hängt mit der nationalen Gesetzgebung zusammen – die Uni Wien ist aber auch wenig willig, die Situation zumindest in ihrem Aufgabenbereich zu verbessern. Es gibt keine (!) offizielle Beratungsstelle der Uni Wien für ausländische Student_innen, diese Beratung übernimmt zur Gänze die ÖH Uni Wien. Das International Office ist ausschließlich für die Erasmus Programme verantwortlich. Der Name täuscht auch gar nicht – die Uni versteht Internationalität bloß so wie die restliche österreichische Gesellschaft: bloß die Nicht-Ösis, die wir wollen.

Gesellschaftspolitisch wichtige Masterprogramme wie unter anderem der Master Deutsch als Zweitsprache/ Deutsch als Fremdsprache sind chronisch unterfinanziert und das Rektorat ist seit Jahren nicht willig, dies zu ändern. Die Lösung – wie immer – lautet: Zugangsbeschränkungen. Weniger Student_innen. Mehr Elite. Mehr von denen, die „es sich leisten können“. Offen ist die Uni auch nicht für benachteiligte Personen – nachdem die „Behindertenbeauftragte“ der Uni Wien aufgehört hatte, an der Uni Wien zu arbeiten, wurde die Stelle mit einer Person besetzt, die sich mit dem Thema überhaupt nicht auskannte. Barrierefreiheit an der Uni Wien ist eine riesige Baustelle. Nicht immer ist die Uni Wien gewillt, Probleme, die in diesem Kontext auftauchen, zu lösen. Kinder aus nicht-akademischen und nicht wohlhabenden Millieus würden wohl auch nicht zustimmen, dass die Uni „offen“ ist. Immer noch haben Kinder von Arbeiter_innen es schwerer an die Uni zu kommen und dort auch zu bestehen. Maßnahmen der Uni Wien dagegen? Keine. Maßnahmen, um diesen Umstand beizubehalten? Duzende. Wenn sich die Uni Wien „Open since 1365“ auf ihre Gemäuer hängt, dann meint sie: „Offen für alle, die wir reinlassen und nicht für alle, die wollen.“

 

Gehirnschmalz seit 1365?

Gehirnschmalz seit 1365? Der Zugang zur Uni wird beschränkt und beschränkter. Lösungsstrategien der Universität sind seit jeher und auch heuer Zugangsbeschränkungen und Aufnahmeverfahren. Die Uni wird dieses Jahr durch ihr Jubiläum mehr Aufmerksamkeit als sonst bekommen. Die Uni stellt sich als unerlässliche und wichtige Bildungs- und Forschungsinstitution mit gesellschaftlicher Breitenwirkung dar und dies wird ihr in diesem Jahr auch zugesprochen. Eine perfekte Gelegenheit für die Uni, diese Machtposition auch auszunutzen und in Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium die Wichtigkeit der Ausfinanzierung zu betonen und einzufordern. Eine perfekte Gelegenheit, die sie leider verpasst hat. Nicht mal in dem einen Jahr, in dem ganz Österreich, ganz Europa, ach die ganze Welt auf die Uni Wien schaut, kann (oder will?) sie diese Situation nicht nutzen um die Bedingungen für alle Universitätsangehörigen zu verbessern und ihre einmalig starke Position in der Öffentlichkeit in Verhandlungen mit dem Ministerium auszuspielen. Stattdessen arbeitet die Uni Wien konsequent daran, dass sie sich immer weiter von der idealen Bildungseinrichtung entfernt, die sie vorgibt zu sein. Ein Beispiel: Bei der Einführung der neuen Lehramtscurricula wurde alles falsch gemacht, was falschzumachen war. Die Lehrer_innenbildung Neu wäre eine einmalige Gelegenheit gewesen, dem gesamten Lehramtsbereich die Wichtigkeit einzuräumen, den er in unserer Gesellschaft benötigt und den er verdient. Stattdessen musste unter immensem Zeitdruck und starren Vorgaben ein Curriculum erstellt werden, welches ein schon schlechtes Curriculum ablöste um eben jenes an Schlechtigkeit noch zu überbieten. Aber nein, wen interessieren denn gut ausgebildete Lehrer_innen, wenn man eine Ruderregatta organisieren kann. Die Universität Wien hat schließlich einen Ruf als Rudergroßmacht zu verlieren, nicht als größte Ausbilderin von Lehrer_innen in Österreich.

Die Universität könnte dieses Jubiläum dazu nutzen, ihren elitären, ausschließenden Charakter zu reflektieren und Maßnahmen zu setzen, die diesem Umstand entgegen wirken. Sie könnte stärker dafür eintreten, die Mittel zu bekommen, die sie benötigt um dies zu tun. Das ist nicht passiert. Gehirnschmalz seit 1365? Nein, auch das ist nicht richtig.

 

Ein paar Fragen bleiben dann also doch offen, liebe Universitätsleitung. Denn so gibt es keinen Grund zu feiern.